„Hier stehe ich, ich kann nicht anders…“ Mit diesem berühmt gewordenen Satz hat Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms die „Freiheit eines Christenmenschen“ gegen Staat und Kirche verteidigt. Das war vor genau 500 Jahren, am 18. April 1521. War damit schon das moralisch urteilsfähige und selbst-verantwortliche Individuum „erfunden“? Schuf Martin Luther die Voraussetzung für die Freiheit der Wissenschaft, der Kunst und der Presse? Und lieferte er damals die Motivation für Bildung und Reifung autonomer Persönlichkeiten? Darüber wird in Theologie und Wissenschaft bis heute diskutiert. „Luther als Wegbereiter der Gewissensfreiheit?“ Andreas Malessa war für Camino in hr2 kultur auf Spurensuche.
Das Video inszeniert die Ereignisse rund um den Reichstag zu Worms und stellt die zentrale Figur Martin Luther in den Mittelpunkt. In dichter erzählerischer Form wird geschildert, wie Luther vor Karl V. erscheint, um sich zu seinen Schriften zu äußern. Die Darstellung führt Lernenden in die historische Situation ein, beschreibt die Spannung in der Stadt Worms und verdeutlicht die Tragweite von Luthers Entscheidung, seine Lehren nicht zu widerrufen. Besonders hervorgehoben wird sein berühmtes Bekenntnis, das für Gewissensfreiheit und persönliche Verantwortung steht. Zugleich wird die Reaktion der kirchlichen und politischen Autoritäten gezeigt, die im Wormser Edikt zur Verurteilung Luthers und seiner Anhänger führt. Das Medium macht damit einen zentralen Wendepunkt der Reformation anschaulich erfahrbar.